Dringlichkeitsantrag: Hotelbebauung Haus Meer

Sitzung des Stadtrates am 25.10.2012

Herrn Bürgermeister
Dieter Spindler
Stadt Meerbusch
Dorfstr. 20

 

40667 Meerbusch                       

 

Per Fax.-Nr. 02132-916-320 und 321 und per Mail

Meerbusch, 15.10.2012

 

                 
Dringlichkeitsantrag für die Ratssitzung am 25.10.2012 zur Hotelbebauung Haus Meer


Sehr geehrter Herr Spindler,

die FDP-Fraktion beantragt, der Rat möge beschließen:  

  1. Der Rat begrüßt das Vorhaben der Regent-Gruppe, in Meerbusch ein Luxushotel mit Spa-Bereich, Restaurant, Veranstaltungsräumen etc. zu errichten.
  2. Verwaltung, Investor und Eigentümer werden gebeten, die modifizierte Hotelplanung mit den Denkmalbehörden abzustimmen.
  3. Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit dem Eigentümer und dem Investor ein schlüssiges Gesamtkonzept für Haus Meer im Rahmen der Denkmaleintragung Nr. 145 der Meerbuscher Denkmalliste zu erstellen, und dem Planungs- und Kulturausschuss und letztlich dem Rat zur Entscheidung vorzulegen.


Begründung:

Ein Luxushotel mit Spa-Bereich, Veranstaltungsräumen, Restaurant etc. würde zweifelsfrei die Attraktivität Meerbuschs steigern. Deshalb stehen wir dem Vorhaben der Regent-Gruppe grundsätzlich positiv gegenüber.

Die wirtschaftliche Nutzung des Gesamtdenkmals Haus Meer ist problematisch. Immerhin handelt es sich um ein Denkmal von „nationaler“ Bedeutung, das es wiederherzustellen und zu pflegen gilt. Der Planungsvorschlag der Regent- Gruppe vom März 2012 ist bei der Denkmalbehörde glatt „durchgefallen“: in der Stellungnahme des Hauptkonservators Dr. Sutthoff vom Juni 2012 heißt es u.a., der vorgelegten Planung könne „unter gar keinen Umständen zugestimmt werden“, sie zeige einen „völlig falschen, nämlich nicht denkmalverträglichen Umgang mit dem Bau-, Garten- und Bodendenkmal“.

Die jetzt in der gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Kulturausschuss am 01.10.2012 vorgetragenen Modifikationen dürften unserer Meinung nach nicht ausreichen, die denkmal-pflegerischen Bedenken der zuständigen Behörden zu beseitigen. Naturschutzbelange (FFH-Gebiet) wurden gar nicht angesprochen. Es wird seitens der Regent- Gruppe noch ein erhebliches Umdenken erforderlich sein. Soweit unsere Unterstützung dafür benötigt wird, wird das – soweit möglich – geschehen.

Haus Meer ist ein Gesamtdenkmal, bestehend aus boden-, bau- und gartendenkmalpflegeri-schen Elementen. Die – unterstellte – Lösung der baudenkmalpflegerischen Fragen beim Hotelprojekt ist nur ein Schritt. Möglichst parallel dazu muss ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Bodendenkmäler, die Baudenkmäler und den Weyhschen Landschaftspark nach Maßgabe der Unterschutzstellung erarbeitet werden. Insbesondere muss geregelt werden, wie die öffentliche Nutzung des Parks auf Dauer gesichert werden kann, wer der Beteiligten (Stadt, Eigentümer und Investor) in welchem Umfang an den Wiederherstellungs- und Unterhaltskosten für Teehäuschen, Eiskeller, Klosterkeller sowie für den Park beteiligt wird. Erst wenn ein solches Gesamtkonzept vorliegt, kann der Rat verantwortungsgerecht und abschließend entscheiden.

Zur Dringlichkeit wird in der Sitzung mündlich vorgetragen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Rettig
(Fraktionsvorsitzender)