Pressemitteilung 09.03.2016

Straßenplanung zur Anbindung des Krefelder Hafens

 

Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar würde – ohne Sie zu fragen – eine Garage auf Ihrem Grundstück planen: was würden Sie dazu sagen? Zumindest würden Sie dieses Vorgehen wohl als unfreundlichen Akt bezeichnen.

Eine ähnliche Vorgehensweise wählte jüngst der Regionalrat: er beauftragte die Bezirksregierung Düsseldorf, im Rahmen der Erstellung des Regionalplans mit einer FFH- Verträglichkeitsprüfung für eine Straßenplanung zur Anbindung des Krefelder Hafens an die A57 über die K1 (Bismarckstraße), die vollständig auf Meerbuscher Stadtgebiet verläuft. Im Gutachten heißt es: ’Die Darstellung verläuft von der Uerdinger Straße im Osten über die Bismarckstraße zur A57 im Westen. Die Trasse verläuft überwiegend über die bereits bestehende Bismarckstraße, zwischen der Uerdinger und der Bismarckstraße ist ein Neubau auf einer Strecke von ca. 1 km erforderlich. Über eine neue Auffahrt an der Raststätte Geismühle erfolgt eine Anbindung an die Autobahn A57. Der Neubauabschnitt quert auf 100 m einen Altrheinabschnitt im FFH-Gebiet DE-4605-301 „Latumer Bruch mit Buersbach, Stadtgräben und Wasserwerk“. Erhebliche Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des FFH-Gebiets können im Vorfeld nicht ausgeschlossen werden, weshalb eine FFH-Vorprüfung durchzuführen ist.’

Was ist daran so bemerkenswert ?

1. Das Gutachten liegt seit Dezember 2015 vor, ohne dass die Stadtverwaltung, die Bürger und die Politiker der Stadt Meerbusch über diesen Vorgang in Kenntnis gesetzt worden wären.
2. Alle Meerbuscher Parteien haben sich eindeutig und wiederholt gegen eine Südanbindung des Krefelder Hafens über Meerbuscher Stadtgebiet positioniert - warum wird das nicht akzeptiert ? Es kann doch nicht sein, dass Krefeld seinen Hafen munter ausbaut, ohne sich um eine verkehrliche Lösung auf eigenem Stadtgebiet zu bemühen.
3. Seit 2009 wird der Ausbau der Raststätte Geismühle geplant, zur Zeit läuft das finale Planfeststellungsverfahren. Laut dieser Planung ist kein Anschluss der K1 an die A57 bei der Geismühle geplant, d.h. es gibt keine Möglichkeit, an dieser Stelle von der K1 auf die A57 zu kommen. Insofern muss man sich fragen, worin der Sinn des Gutachtens besteht, oder muss man befürchten, dass gewisse Kreise da weiterbohren werden ?

Der Vorgang ist völlig inakzeptabel. Wir sind gespannt darauf, wie sich die Dinge beim geplanten interkommunalen Gewerbegebiet Krefeld-Meerbusch an der A44 entwickeln.

Klaus Rettig
(Fraktionsvorsitzender)