Neuer weißer Ritter auf Haus Meer - Stellungnahme der FDP

Am 13.8.2016 berichtete die RP über einen Eigentümerwechsel auf Haus Meer. Der Geschäftsmann Peter Soliman hat das 60.000 Quadratmeter große Areal in Büderich vom Vorbesitzer Roland Agne für eine nicht genannte Summe gekauft. Noch steht nicht fest, ob und wie das Gelände genutzt werden soll und kann. Den Bericht finden Sie hier.

Ein Kommentar der Autorin zu diesem Ereignis findet sich an dieser Stelle. Die Essenz: ’Kleinkarierte Bedenkenträger gehören nicht in die Gesprächsrunden, die der neue Haus-Herr plant. Meerbusch hat eine große Chance, sich mit diesem Areal - auch international - neu zu positionieren. Hoffentlich verzweifelt der neue Besitzer nicht an deutscher Bürokratie oder Kleingeist’.

Bereits am 12.8.2016 bat die Autorin verschiedene Personen um eine Stellungnahme zu diesem Ereignis gebeten:

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
Sie können ja sicher ahnen, welche Nachricht ich in der morgigen Ausgabe der RP drin habe – das Haus Meer und die neuen Entwicklungen. Darum meine Bitte an Sie mit einem kurzen Statement dazu, das ich dann in der Montag-Ausgabe veröffentlichen würde.

  • Wie finden Sie den Eigentümerwechsel?
  • Welche Hoffnungen verknüpfen Sie damit?
  • Glauben Sie auch, dass Meerbusch  mit einem neuen Haus-Meer-Gelände sich besser positionieren kann?
  • Was ginge für Sie überhaupt nicht auf dem Areal – Gastronomie, Hotel, Museum, Schwimmbad, Luxuswohnungen…

 
Verschiedene Stellungnahmen sind in der RP vom 15.8.2016 abgedruckt.

 

Die Stellungnahme der FDP fehlt allerdings aus unklaren Gründen. Daher soll sie zumindest an dieser Stelle erscheinen.

Sehr geehrte Frau Kronemeyer,
 
vielen Dank für Ihre Anfrage. Der Eigentümerwechsel hat uns nicht überrascht, da wir schon seit längerer Zeit Kenntnis von entsprechenden Gesprächen zwischen dem alten und dem neuen Eigentümer hatten. Wir sind allerdings sehr darüber enttäuscht, dass die Stadt Meerbusch das Grundstück nicht gekauft hat – eine langjährige Forderung der FDP.
 
Haus Meer ist ein Gesamtdenkmal von „nationaler“ Bedeutung, bestehend aus boden-, bau- und gartendenkmalpflegerischen Elementen und bedarf einer sensiblen Behandlung.
 
Anders als Sie in Ihrem Kommentar schreiben, sind die Aktivitäten des alten Eigentümers nicht an deutscher Bürokratie oder an kleinkarierten Bedenkenträgern gescheitert. Richtig ist vielmehr, dass er keinen genehmigungsfähigen Entwurf für eine Nutzung des Geländes von Haus Meer vorgelegt hat: allseits bekannte denkmalpflegerische Vorgaben wurden auch in der letzten Planung nicht berücksichtigt, Naturschutzbelange gar nicht angesprochen. In der Stellungnahme der Denkmalbehörde vom Juni 2012 heißt es u.a., der vorgelegten Planung könne „unter gar keinen Umständen zugestimmt werden“, sie zeige einen „völlig falschen, nämlich nicht denkmalverträglichen Umgang mit dem Bau-, Garten- und Bodendenkmal“.
 
Wir stehen dem neuen Eigentümer konstruktiv gegenüber, wollen uns an dem Diskussionsprozess beteiligen und gehen davon aus, dass er sich strikt an die bekannten Vorgaben hält. Wir sind für jede verträgliche Nutzung offen, wünschenswert wären kulturelle Elemente. Von besonderer Bedeutung für uns ist, dass die öffentliche Nutzung des Parks auf Dauer gesichert werden kann; diese könnte sicherlich durch eine kleine Gastronomie verbessert werden.
 
Mit besten Grüßen
Klaus Rettig