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Meerbusch: Melk-Kuh für die Rheinbahn?

Die politischen Entscheidungen müssen nun getroffen werden. Es ist keine Überraschung, dass man sich in Krefeld für die neue Taktung der U76 ausspricht. Für Meerbusch wird es weniger eine Verbesserung sein, stattdessen sehen wir die überhöhten Kosten für Meerbusch. Im Haushalt der Stadt Meerbusch stehen mal locker über 6,5 Mio Euro für den ÖPNV. Ein wesentlicher Teil davon steht für den Betrieb der K-Bahn zwischen Krefeld und Düsseldorf. Für die x km Strecke auf Meerbuscher Gebiet mit 7 Haltepunkten zahlen wir also schätzungsweise über 4 Mio Euro. Nun wissen wir auch, dass diese Strecke von etwa 8000 Menschen pro Tag genutzt wird. Wer öfters fährt, entwickelt ein Gefühl dafür, dass ein Großteil davon nur zwischen Krefeld und Düsseldorf pendelt. Wir müssen daher festhalten: Wir zahlen die Fahrten der Krefelder.

Ein Bus als Symbol für den ÖPNV

Nun hat es der liebe Gott oder in diesem Fall die Rheinbahn selber so gewollt, dass über viele Wochen hinwege ein Schienersatzverkehr durch ganz Meerbusch stattfindet. Wochenlange schaukelt sich also ein Bus nach dem anderen über Dorfstraße & Co. Der Vorteil: Jeder kann sehen, wieviele - oder sagen wir besser - wie wenige Leute da drin sitzen. Oft fahren die Busse leer oder mit minimaler Besetzung.

Das kann man erstmal staunend zur Kenntnis nehmen. Man kann sich aber auch Gedanken machen. Denn was heißt das denn? Die allermeisten Krefelder werden diese Strecke nun meiden und suchen sich Alternativen über Regionalzüge, Duisburg oder schlicht Auto. Nur die Meerbuscher sitzen in den Bussen.

Wenn die aber leer sind? Heißt das dann nicht, dass es tatsächlich immer relativ wenig Meerbuscher sind, die die U76 auf Meerbuscher Gebiet nutzen? JA und nochmal JA lautet die Antwort. Und man kann sich sogar die Mühe machen und Zahlen abschätzen. Wenn wir nur mal ganz grob annehmen, dass den ganzen Tag über alle paar Minuten diese Busse mit jeweils im Schnitt 10 Leuten fahren, dann kommen wir vielleicht auf 2.000 Leute den ganzen Tag über und ich glaube, das ist noch großzügig hoch gerechnet.

Wenn das aber 2.000 wären, also 2.000 „Meerbuscher“, dann würden ja normalerweise fast 6.000 „Krefelder“ jeden Tag die U76 benutzen und Meerbusch würde das indirekt bezahlen. Auf den Haushalt gespiegelt würde vielleicht 1 Mio Euro reichen statt der avisierten 4 Mio, also eine potentielle Einsparung von 3 Mio Euro. Das ist viel - sehr viel sogar.

Es mag sein, dass die 3 Mio am Ende nicht „die Wahrheit“ ist, aber dass wir viel zu viel im Verkehrsverbund bezahlen im Vergleich zu „unserer“ Nutzung, das halten wir für unbestritten. Das muss sich ändern. Und wenn man sich den gesamten Großraum Düsseldorf ansieht, dann ist unsere Region die einzige ohne landesfinanzierte S-Bahn (was ist hier mit dem RE?) Wir zahlen also nicht nur viel, was andere so nicht müssen, sondern haben auch noch ein nur gemäßigtes Angebot.

Unterm Strich stellen wir fest: Meerbusch ist die Melk-Kuh der Rheinbahn. Das muss sich ändern! Und deshalb muss der aktuelle Vorschlag zur Integration der U70 in die U76 auch anders lauten: Volles Programm OHNE MEHRKOSTEN für Meerbusch!